Wie funktioniert Stadtgrün?

Interdependenz vielschichtiger Wechselwirkungen im urbanen Grün: "Beziehungskisten"

15.-16. August 2019

Julius Kühn-Institut, Messeweg 11-12, 38104 Braunschweig
Tagungsthema

»Beziehungskisten müssen so groß sein, dass man sie allein nicht tragen kann!«
Das ist die zugleich schlichte und trotzdem sehr weit reichende Definition der Pflanzkisten, wie man sie allenthalben in Nachbarschaftsgärten im städtischen Grün antrifft. Nur wenn zwei oder sogar vier Personen zusammenwirken, erfüllt sie ihren Zweck.
Das ist unser Plan: rund um die Pflanzkisten, um den Anbau von Pflanzen in der Stadt, in Permakultur oder anderer Weise wollen wir zusammentragen, was wichtig ist und vernetzt werden soll, wenn wir alle in der Stadt beginnen, Pflanzen für unseren eigenen Verbrauch anzubauen und dabei niemanden ausschließen wollen … Was können wir denen bieten, die vielleicht nur wenige Fähigkeiten mitbringen?
Neben den sozialen Aspekten sind aber auch die angewandten Biologen und Gartenbauer aufgerufen: stehen nicht alle Komponenten, die man in einer Beziehungskiste zusammenfügt, in engen Wechselbeziehungen? Pflanzen begünstigen sich oder passen nicht zueinander, Insekten fressen die Pflanzen oder fressen den, der die Pflanze schädigt. Pilze leben in enger Lebensgemeinschaft mit Pflanzenwurzeln, ebenso Bakterien. Doch genauso zeigen sich Pflanzenkrankheiten, wenn man nicht vorbeugend die richtigen Rahmenbedingungen schafft.
Wie vermitteln wir das Wissen über die Zusammenhänge, wenn wir alle Laien sind? Helfen Apps? Wo bekommt man Hilfe?
Abgerundet werden soll die Tagung von den Profis: gibt es heute Praxisbeispiele, von der Pflanzenproduktion in der Stadt oder der näheren Umgebung zu leben?

Die Tagungsreihe UPC

Der Arbeitskreis »Phytomedizin im urbanen Grün« der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft e.V. führt seine Symposiumsreihe »Urbane Pflanzen Conferenzen (UPC)« in enger Kooperation mit der Beuth-Hochschule für Technik Berlin und dem Julius Kühn-Institut sowie weiteren Partnern durch.
Spezialisten und Interessierte aus Verbänden, Forschung, Industrie und Behörden finden hier ein Dach für ihren themenbezogenen Austausch über diverse Aspekte des urbanen Grüns. Die vielfältigen Pflanzenverwendungen mit ihren biologischen, technischen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen in der Stadt der Zukunft stehen im Fokus.
Die UPC unterstützt die Umsetzung des Weißbuches »Stadtgrün« der Bundesregierung. Hier wird auf die besondere Bedeutung von Stadtgrün für die Gesundheit der Bevölkerung und die Resilienz von Städten hingewiesen.
Die UPC hilft bei der Sicherung der Bereitstellung von gesunden Pflanzen für das Stadtgrün.

Sie können sich jederzeit bis zum Beginn der Tagung registrieren!


Archiv

Wie funktioniert Stadtgrün?

Selbstregulierende Ökosystemleistungen grüner Infrastruktur

24.-25. April 2018

Julius Kühn-Institut, Messeweg 11-12, 38104 Braunschweig

Ökosystemleistungen in der Stadt werden zumeist über ihren direkten Nutzen für Stadtbewohner definiert. Die Selbstregulierung im Stadtgrün — z.B. die Wirkung von natürlichen Räuber-Beute-Beziehungen oder von Mikroklimaten, bis hin zum Hochwasserschutz in der Stadt — stellt eine unterstützende Ökosystemleistung dar, die bislang nur unzureichend Beachtung gefunden hat.  Die Funktionen, die im Ökosystem Stadtgrün selbstregulative Prozesse zur Gesunderhaltung und Sicherung der Leistungsfähigkeit von Grünflächen beitragen, scheinen weitgehend unerforscht. Es stellt sich die Frage: Wie funktioniert Stadtgrün? Auf dieser Tagung soll daher nicht der direkte, sondern der indirekte Nutzen des Stadtgrüns für den Menschen im Mittelpunkt stehen.  Darüber hinaus wird auf die Gesunderhaltung des Stadtgrüns fokussiert und eine Optimierung der Pflegekonzepte durch Integration unterstützender ökosystemarer Leistungen adressiert. 

Vor diesem Hintergrund  gehen wir den Fragen nach:

- Wie muss die grüne Infrastruktur beschaffen sein, um funktionale Kreisläufe einrichten zu können?

- Welche unterstützenden Ökosystemleistungen werden im Stadtgrün beobachtet?

- Welche räumliche und zeitliche Dynamik sollte für die Elemente des Stadtgrüns in der Planung berücksichtigt werden? 

- Was muss bei der Anlage von Stadtgrün beachtet werden, damit ein direkter Nutzen dauerhaft erwartet werden kann? 

- Wie kann man selbstregulative ökosystemare Leistungen im Stadtgrün messen?

Die Tagung sah Vorträge  und intensive Diskussionen vor. Poster waren willkommen und konnten in persönlichen Gesprächen besprochen werden.

Veranstalter

Kulturpflanzen in der Stadt der Zukunft

20.05.2017

Julius Kühn-Institut Braunschweig

 

 

14:00-14:20 Was sind Kulturpflanzen?

In 95 Ländern wurde weltweit diskutiert, was uns an Pflanzen fasziniert und welchen Einfluss Sie auf unser Leben haben. Aus diesen Diskussionen leiten wir den Begriff der Kulturpflanze ab...
Dr. Falko Feldmann, Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft e.V., Braunschweig

 

14:30-14:50 Kulturpflanzen verbinden oder trennen

Kulturpflanzen gestalten unser Miteinander weltweit: sowohl Kooperation als auch Ausbeutung.
Dr. Uwe Meier, Agrarethiker. Ehemals Julius Kühn-Institut. Mitglied im Konvent der "Ev. Akademie Abt Jerusalem" der Landeskirche Braunschweig

 

15:00-15:20 devon green – bam bam blue – Kultur-Pflanzen-Kunst

Pflanzen beeindrucken jeden von uns und lassen uns die Welt neu sehen...
Dr. Gerhild Kaselow, Galerie Geyso20 der Lebenshilfe Braunschweig

 

15:30-15:50 Urbanes Gärtnern - grün und sozial

Je größer die Stadt, um so unsicherer das, was wir über unsere Lebensgrundlage wissen. Urbanes Gärtnern spielt eine Schlüsselrolle für die Tradition von Pflanzenwissen in der Stadt der Zukunft...
Vanessa Hörmann, Gemeinschaftsgarten 'Prachttomate', Berlin-Neukölln

 

16:00-16:20 Die Stadt der Zukunft soll grün sein!

Wie stellen wir uns die Stadt der Zukunft vor? Welchen Platz finden Pflanzen darin? Worauf müssen wir achten, wenn wir die Stadt der Zukunft entwickeln?
Dr. Michael Strohbach, Institut für Geoökologie, TU Braunschweig

 

16:30-16:50 Grün in der Stadt der Zukunft

Pflanzen auswählen, erhalten, schützen und pflegen will gelernt sein...
Prof. Dr. Hartmut Balder, Beuth-Hochschule für Technik, Berlin

 

17:00-18:00 Gärten im Braunschweig der Zukunft   (Diskussion)

Alles fängt mit Planung an...

Impulsreferat: Corinna Senftleben, BI-Nordstadt Braunschweig

Diskussionsleitung: Dr. Falko Feldmann, Julius Kühn-Institut, Braunschweig

 

Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) 2016 (14–16 January 2016)

DPG e.V. und ATSAF e.V. waren Veranstalter des Fachpodiums „Vision für die Produktion gesunder Nahrungsmittel in Mega-Städten“ am 14. Januar 2015 von 15:30 bis 17:30 Uhr.

Organisation/Location: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft / GFFA, Berlin
Website: http://www.gffa-berlin.de/fachpodium-3/

Details:

Das GFFA 2016  fand in Berlin vom 14. – 16. Januar 2016 statt und stand unter dem Motto: „Wie ernähren wir die Städte? – Landwirtschaft und ländliche Räume in Zeiten von Urbanisierung“.

DPG e.V. und ATSAF e.V. waren Veranstalter des Fachpodiums „Vision für die Produktion gesunder Nahrungsmittel in Mega-Städten“ am 14. Januar 2015 von 15:30 bis 17:30 Uhr.

 

Vision für die Produktion gesunder Nahrungsmittel in Mega-Städten

Mega-Städte sind urbane Räume mit mehr als 15 Millionen Einwohnern. In sich entwickelnden Ländern und Schwellenländern wachsen sie aufgrund von Landflucht unkontrolliert und bilden riesige temporäre Siedlungen (Slums, Favelas o.ä.), die erhebliche Versorgungsprobleme mit gesunden Nahrungsmitteln und sauberem Wasser mit sich bringen und massive Belastungen des Umlandes zur Folge haben.
Die planerische Gestaltung und weitsichtige Steuerung der Dynamik von stets wachsenden mega-urbanen Räumen ist ein zentrales Anliegen für die Zukunft. Die intelligente Verzahnung der notwendigen Infrastrukturen muss dabei die Nahrungsmittelproduktion mit einschließen: periurbane Landwirtschaft kann sich in Mega-Städten nicht gegen das Wachstum der peripheren Ausbreitung der temporären Siedlungen durchsetzen. Mangelnde Nahrungsmittelverfügbarkeit führt zur Eigenproduktion auf belasteten Böden, der Wunsch hoher Produktivität bei gleichzeitigem nicht sachkundigen Einsatz von Pestiziden und Düngern beeinträchtigt die Qualität der Nahrungsmittel negativ. Weder High-tech Lösungen noch die Schliessung von Nährstoffkreisläufen ist bislang realisiert.
Vor diesem Hintergrund wird folgendes Expertenpanel angeboten:

1. Mega-Städte gesund ernähren? Eine Einführung (Falko Feldmann, Julius Kühn-Institut, Braunschweig)
2. Räume der gesunden Nahrungsmittelproduktion in Mega-Städten (Hartmut Balder, Beuth Hochschule Berlin)
3. Transformationsprozesse und Stoffkreisläufe in rural-urbanen Räumen Afrikas und Asiens (Andreas Bürkert, Universität Kassel
4. „Skyfarming“ – ganzjährige Produktion unter kontrollierten Bedingungen (Folkard Asch, Universität Hohenheim)
5. Planung von wachsenden Mega-Städten (Rainer Schmidt, RSLA München)

Diskussionsleitung: Dr. Falko Feldmann (JKI/DPG/IAPPS)

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Vision for healthy food production in Mega-Cities

Mega-Cities are urban areas with more than 15 million inhabitants. In developing countries large, temporary settlements (favelas, slums o. a.) are growing without any control. Here, food security, food safety and clean water play an enormous role to feed arriving people and to create a sustainable citizenship of the new residents.
The pre-requisite for the handling of such growing mega-urban areas is intelligent planning and the inclusion of food production facilities. Periurban agriculture might be a solution but has a temporary character: it cannot resist the growth of the city and the distance to the production sites is increasing. Due to food insecurity people start with subsistence production on polluted soils or substrates with resulting food insafety. The pressure of high production results in misuse or overuse of pesticides and fertilizers. High-tech solutions and closed nutrient cycles are still not well established.
On that background we offer the following expert panel:

1. Healthy food for Mega-Cities? An introduction (Falko Feldmann, Julius Kühn-Institut, Braunschweig)
2. Space for healthy food production in Mega-Cities (Hartmut Balder, Beuth-University Berlin)
3. Transformationprocesses and nutrient cycles in rural-urban areas of Afrika and Asia (Andreas Bürkert, University of Kassel)
4. “Skyfarming” – food production under controlled conditions throughout the year (Folkard Asch, University of Hohenheim)
5. Planning increasing Mega-Cities (Rainer Schmidt, RSLA, München)

Chair: Dr. Falko Feldmann, (JKI/DPG/IAPPS)