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Anton de Bary-Medaille 2020 für

Prof. Dr. Holger B. Deising

Herr Prof. Deising zählt zu den renommiertesten Lehrstuhlinhabern im Fachgebiet Phytomedizin in Deutschland. Er hat in Kiel Agrarwissenschaften studiert und dort am Botanischen Institut promoviert. Im Jahr 1988 wechselte Herr Deising an die Universität Konstanz. In der Arbeitsgruppe von Prof. Kurt Mendgen habilitierte er sich mit einer Arbeit zu “Biochemical investigation of differentiation of infection structures of the broad bean rust fungus Uromyces viciae-fabae” und erhielt für das Fachgebiet Phytopathologie und Pflanzenphysiologie die Lehrbefugnis. Herr Deising absolvierte mehrere längerfristige Forschungsaufenthalte in den USA und Kanada, unter anderem an der McMaster University in Hamilton, Ontario (1986), der University of Georgia in Athens, Georgia (1989) und der Purdue University in West Lafayette, Indiana (1992). Seit 1997 ist er C4 Professor am Lehrstuhl für Phytopathologie und Pflanzenschutz der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg.

Wegweisend sind seine Forschungsarbeiten zur Aufklärung der Pathogenitätsmechanismen von Colletotrichum graminicola, einem weltweit bedeutenden Pathogen an Mais, Getreide und Gräsern. Herrn Deising gelang es, die Funktion der pilzlichen Appressorien zu beschreiben und infektionsspezifische Gene zu isolieren und zu charakterisieren. Zusammen mit der Analyse des Sekretoms der Pathogenese von C. graminicola trugen seine Arbeiten wesentlich zur Aufklärung der molekularen Pathogenitätmechanismen von C. graminicola bei. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt von Herr Deising ist die Aufklärung der molekularen Mechanismen von Fungizidresistenz in Populationen von Fusarium graminearum und anderer phytopathogenen Pilzen. Die so gewonnenen Erkenntnisse führten zur Anpassung bestehender Pflanzenschutzstrategien mit dem Ziel, die Resistenzbildung moderner Pflanzenschutzmittel zu verzögern bzw. im Idealfall zu vermeiden.

Seine Forschungsergebnisse hat Herr Deising in über 100 Fachartikeln in durchweg hochwertigen Journalen publiziert. Hinzu kommen 18 Bücher und Buchkapitel sowie weit über 100 Konferenzbeiträge. Herr Deising hat zahlreiche Studierende und Doktoranden ausgebildet und für die Phytomedizin begeistert. Er ist hervorragend vernetzt und seine Arbeiten genießen national wie international höchstes Ansehen.

Herr Deising engagiert sich neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit in verschiedenen Bereichen der Phytomedizin. So war er von bis 2012 bis 2018 im Vorstand der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft und von 2004-2011 Mitglied im Fachkollegium 207-06 „Phytomedizin“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Herr Deising bringt sich aktiv in die Organisation und Gestaltung namhafter Tagungen ein, wie der Deutschen Pflanzenschutztagung oder der International Plant Protection Conference 2015 in Berlin. Aktuell organisiert er federführend das alle 3 Jahre stattfindende International Reinhardsbrunn-Symposium on Modern Fungicides and Antifungal Compounds in Friedrichroda. Herr Deising ist Editor von FEMS Microbiology Letters und Journal of Plant Diseases and Protection und engagierter Gutachter wissenschaftlicher Originalarbeiten und Forschungsanträgen.

Wissenschaftspreis 2019 für

Prof. Dr. Ulrich Schaffrath

Den Wissenschaftspreis 2019 erhält Prof. Dr. Ulrich Schaffrath in Würdigung seiner Verdienste in der Kulturpflanzenforschung

Die DPG verleiht Herrn Prof. Dr. Ulrich Schaffrath von der RWTH Aachen, Lehrstuhl und Institut für Biologie III (Pflanzenphysiologie), für seine Verdienste in der Kulturpflanzenforschung den Wissenschaftspreis der DPG. Dieser Preis wird für herausragende wissenschaftliche Leistungen verliehen.

Herr Schaffrath arbeitet auf dem Gebiet der basalen und der Nichtwirt-Resistenz von Gräsern, insbesondere Reis und Gerste gegenüber verschiedenen Schaderregern, mit Fokus auf blattpathogenen Pilzen wie Magnaporthe oryzae und Blumeriagraminis.Mit dem Wissenschaftspreis wird er speziell für seine Leistungen zur Aufklärung der Funktion der Jacalin-ähnlichen Proteine geehrt. Herr Schaffrath konnte mit seiner Arbeitsgruppe zeigen, dass diese Proteine in Gräsern in der Abwehr aktiv und über die Grenze von Pflanzengattungen hinweg funktional sind. Sie wirken dabei universell gegen die Infektion von verschiedenen Pilzen, Oomyceten und Bakterien. Die speziell von ihm untersuchten Vertreter dieser Proteinfamilie sind entwicklungsgeschichtlich Chimäre, die über Ihre Proteindomänen die Funktion von 2 Proteinfamilien in einem Protein vereinen. Es handelt sich dabei um wahrscheinlich kohlehydratbindende Lektine und Dirigentproteine, die eineFunktionen im Phenylpropanoid/Ligninstoffwechsel innehaben. Herr Schaffrath konnte zeigen, dass diese chimären Jacaline,die so nur bei Gräsernvorkommen,erst durch die kooperative Wirkung beider Proteindomänen ihre Funktion erfüllen. Die von der DPG gewürdigte Arbeit ist 2016 in MolecularPlant erschienen und hat das Verständnis der Jacalin-Proteine befruchtet und international befeuert. Dazu gratuliert die DPG Herrn Schaffrath ganz herzlich durch die Verleihung des Wissenschaftspreises der DPG.

 

Polarized Defense Against Fungal Pathogens Is Mediated by the Jacalin-Related Lectin Domain of Modular Poaceae-Specific Proteins. Weidenbach D, Esch L, Möller C, Hensel G, Kumlehn J, Höfle C, Hückelhoven R, Schaffrath U. Mol Plant. 2016, 9(4):514-27.  doi: 10.1016/j.molp.2015.12.009.

 

Ehrennadel 2019 für

Dr. Cornel Adler

Der Vorstand der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft e.V. (DPG) verleiht die Ehrennadel der DPG für das Jahr 2019 an Herrn Dr. Cornel Adler für seine herausragenden Verdienste um die Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft e.V..

Herr Dr. Adler hat die Belange der DPG über 15 Jahre als Arbeitskreisleiter im Vorratsschutz vertreten und die DPG in renommierte internationale Tagungen eingebunden.

Mit annähernd 100 Publikationen belegte Herr Dr. Adler seine herausragenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des Vorratsschutzes. Er bringt seine Kenntnisse regelmäßig als Gutachter in das Journal for Plant Disease and Protection ein.

Im DPG-Arbeitskreis Vorratsschutz gelang es ihm stets, den Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft, Industrie, Beratung und Praxis zu gewährleisten. Insbesondere innovative Strategien im Vorratsschutz (z. B. neuartige Überwachungsverfahren, neue Bekämpfungsverfahren) wurden in den Arbeitskreis-Tagungen diskutiert und die Erkenntnisse in der Fachwelt verbreitet.

Ein besonderes Augenmerk richtet Herr Dr. Adler auf den Vorratsschutz in den Tropen. Hier sind es vor allem moderne biologische Methoden, die er für die Anwendung in den Tropen entwickelt. Über viele Jahre unterstützte er auch den DPG-Arbeitskreis für Phytomedizin in den Tropen und Subtropen über die Beteiligung seiner Arbeitsgruppe des Julius Kühn-Institutes am Tropentag.

Bei all seinen Aktivitäten stellt er konsequent die Bedeutung der DPG als verbindende und interdisziplinäre Fachgesellschaft heraus.

Durch die Einbindung der DPG in renommierte Tagungen hat Herr Dr. Adler wesentlich dazu beigetragen, die Sichtbarkeit der DPG im nationalen und internationalen Raum zu erhöhen. So ist es Herrn Dr. Adlers großem Engagement zu verdanken, dass die 12th International Working Conference for Stored Product Protection vom 7. bis 11. Oktober 2018 in Berlin erstmalig in Deutschland ausgerichtet und die DPG als Mitveranstalter dieser Tagung eingebunden wurde. Mit 385 gezählten Teilnehmern aus 53 Ländern war die Tagung überaus gut besucht und bot eine hervorragende Plattform für den Informationsaustausch und die Bildung von Netzwerken.

 

Nachwuchspreis 2019 für

Dr. Matheus Thomas Kuska

Die DPG verleiht Herrn Dr. Matheus Thomas Kuska für seine Verdienste in seiner Dissertation den Nachwuchspreis der DPG. Dieser Preis wird auf Vorschlag durch die Mitglieder der DPG für herausragende wissenschaftliche Leistungen des Nachwuchses verliehen. Herr Dr. Kuska hat in der Arbeitsgruppe von Frau Prof. Dr. Mahlein, damals noch Privatdozentin in Bonn, promoviert. Er hat dabei außergewöhnliches auf dem Gebiet der Hyperspektralanalyse von Wirt-Parasit-Interaktionen geleistet und hierzuinteressante Beiträge auf wissenschaftlichen Tagungen und in den Arbeitskreisen der DPG geliefert. Er hat seine Arbeiten in zahlreichen begutachtetenwissenschaftlichen Beiträgen in angesehenen internationalen Fachzeitschriften publiziert, viele davon als Erstautor.  Ein Teil seiner wissenschaftlichen Leistung bestand darin, die Hyperspektralanalyse auf das mikroskopische Niveau anzuwenden und die so erzielten Signaturen mit speziellen rassen-unspezifischen und rassen-spezifischen Abwehrreaktionen zu assoziieren. Die Daten können u.a. genutzt werden, um im latenten Krankheitszustand Aussagen über den Resistenzstatus von Pflanzen zu machen und so die Patho-Phänotypisierung zu erleichtern. Herr Dr. Kuska zeigte auch eine Verknüpfung mit physiologischen und molekularen Reaktionen der Pflanze und eröffnete so einen neuen Horizont in der Nutzung von Spektraldatenininterdisziplinären Ansätzen. Er ist in der Wissenschaftsgemeinschaft, gemessen an seinem frühen Karrierestatus, ungewöhnlich präsent und bereits gut international vernetzt. Dazu insgesamt gratuliert die DPG Herrn Dr. Kuska ganz herzlich durch die Verleihung des Nachwuchspreises der DPG.