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Der Nachwuchspreis

Die Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft e.V. (DPG) stiftet den »Nachwuchspreis der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft e.V.«.

Der Vorstand der DPG hat auf der 175. Sitzung vom 06.06.2013 in Braunschweig die Satzung für diesen Preis aufgestellt und verabschiedet:

• Der Preis wird vom Vorstand der DPG an Personen mit besonderen wissenschaftlichen Leistungen in Master- oder Promotionsarbeiten
auf dem Gebiet der Phytomedizin verliehen.

• Die Auszeichnung besteht aus einer Urkunde, die den Anlass der Verleihung kurz gefasst enthält, und einem Geldbetrag in Höhe von 500 Euro.

• Die Auszeichnung kann einmal jährlich durch den Vorstand der DPG verliehen
werden. Die Übergabe des Preises erfolgt gewöhnlich im Rahmen von Arbeitskreistagungen.

• Vorschlagsberechtigt sind die Mitglieder der DPG.

• Die Bekanntgabe der ausgezeichneten Person erfolgt vom Vorstand der DPG im Organ der DPG »Phytomedizin« und auf der Internet-Seite der Gesellschaft.

• Die Entscheidungen des Vorstandes werden mit einfacher Mehrheit getroffen. Die Entscheidung kann auf schriftlichem Wege herbeigeführt werden. Darüber ist ein Protokoll anzufertigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

• Satzungsänderungen werden vom Vorstand mit einfacher Mehrheit  beschlossen und den Mitgliedern mitgeteilt.

• Die Verleihung der Auszeichnung wird eingestellt, wenn die DPG aufgelöst wird.

Inhaber des Nachwuchspreises

Frau Dr. Matei wurde für ihre Dissertation „Identification of seedling-specific effectors in theUstilago maydis – maize interaction: From organ to cell type specificity” ausgezeichnet. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen der Arbeitskreistagung Wirt-Parasit-Beziehungen/Mykologie am 15. März in Köln.

Frau Matei hat im Rahmen Ihrer Doktorarbeit zunächst am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und an der Universität Köln bei Prof. Dr. Gunther Döhlemann die Grundlagen der durch den Brandpilz Ustilago maydis verursachten Tumorbildung in Maispflanzen untersucht.  Sie leistete einen entscheidenden Beitrag zur Identifizierung von Virulenzfaktoren des Pilzes, die organspezifisch wirken und somit für die Entstehung von Blatttumoren verantwortlich sind. Dies zeigt zum ersten Mal, dass pflanzenpathogene Pilze Virulenzfaktoren sekretieren, deren Wirkung spezifisch auf ein bestimmtes Gewebe abgestimmt ist. Frau Matei analysierte zytologisch, physiologisch und molekularbiologisch die Entstehung von Blatttumoren. Dabei konnte sie erstmals zeigen, welche zellulären Prozesse für die Tumorbildung verantwortlich sind. Sie identifizierte zudem Bündelscheidenzellen im Maisblatt als Ursprung der eigentlichen Tumorzellen. Weiterhin konnte sie zeigen, dass ein einzelner Virulenzfaktor von U. maydis eine zellspezifische Aktivität hat, indem er die Bündelscheidenzellen zur Teilung anregt und somit die Tumorbildung induziert. Außerdem gelang es Frau Matei mittels „Laser Capture Microdissection“ und anschließender RNA-Sequenzierung das zelltypspezifische Transkriptom in Blatttumoren aufzuklären. Dies bietet Informationen über die Genexpression der Pflanze und des Pilzes in einer Zelltyp-spezifischen Auflösung und ist eine interessante Ressource für die weitere Aufklärung der molekularen Ursachen der Tumorbildung in Maispflanzen. Die Arbeiten wurden in mehreren Zeitschriften publiziert.

Die DPG stiftete 2013 den »Nachwuchspreis der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft e.V.«. Der Preis wird vom Vorstand der DPG an Personen mit besonderen wissenschaftlichen Leistungen in Master- oder Promotionsarbeiten auf dem Gebiet der Phytomedizin verliehen.

Ausgezeichnet wurde im Jahr 2017 Frau  Dr. Pamella Akoth Ogada.

Im Jahr 2017 erhielt Frau Dr. Pamella Akoth Ogada den »Nachwuchspreis der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft e.V.«. Frau Dr. Ogada wurde für ihre hervorragenden Arbeiten rund um das Thema »Factors controlling virusvector-host plant interactions: The model system Frankliniella occidentalis and Tomato spotted wilt virus« ausgezeichnet. Der Preis wird einmal jährlich vom Vorstand
der DPG an Personen mit besonderen wissenschaftlichen Leistungen in Master-oder Promotionsarbeiten auf dem Gebiet der Phytomedizin verliehen. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen der Arbeitskreistagung Virologie am 27. März in Bonn. Frau Dr. Ogada stammt gebürtig aus Kenia. Sie absolvierte ihren Master in International Horticulture an der Leibniz Universität Hannover und wurde 2011 mit dem Outstanding Student Award der Universität ausgezeichnet. Für ihre Promotion bei Prof. Dr. Poehling und Prof. Dr. Maiss untersuchte sie im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsvorhabens die Wechselbeziehungen zwischen Frankliniella occidentalis and Tomato spotted wilt virus (TSWV) an Tomate.
Anhand sehr anspruchsvoller Kreuzungsexperimente zwischen diploiden Weibchen und haploiden Männchen von F. occidentalis konnte sie nachweisen, dass die Fähigkeit zur Virusübertragung rezessiv vererbt wird. Die Effizienz der Virusübertragung hängt dabei vom jeweiligen Geschlecht des Vektors ab. Weiterhin konnte sie zeigen, dass das Virus die Nahrungsqualität und Attraktivität der Wirtspflanze für den Vektor derart erhöht, dass es zu einem verstärkten Befall kommt. Anhand aufwändiger proteom-analytische Untersuchungen konnte sie ferner zeigen, dass das Virus im Vektor immunrelevante Prozesse steuert und somit für eine effizientere Übertragung sorgt. Die so erhobenen Daten zur Wirt-Parasit-Interaktion nutzte Frau Dr. Ogada abschließend in einem völlig neuen Ansatz zur Modellierung der Epidemiologie des Virus. Insgesamt tragen die Arbeiten von Frau Dr. Ogada zu einem deutlich verbesserten Verständnis der komplexen Beziehungen zwischen F. occidentalis und TSWV bei und haben in internationalen Fachkreisen bereits größte Aufmerksamkeit erfahren. Frau Dr. Ogada hat ihre Promotion mit Summa cum laude abgeschlossen und die Ergebnisse ihrer Arbeit in 6 verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht, darunter PloS One, Journal of Developmental and Comparative Immunology sowie Ecology and Evolution.

Herr Dr. Sebastian Liebe hat im Rahmen eines von der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung (GFP) geförderten Projektes den Einfluss von Feldumwelt, Zuckerrüben-Genotyp und Lagerungstemperatur auf die Ausbildung von Fäulniserregern untersucht. Hierzu hat er eine Methode zur präzisen Bonitur von Lagerfäulen entwickelt, mit deren Hilfe dann Befalls-Verlustrelationen bestimmt wurden. Darüber hinaus hat Herr Dr. Liebe einen Bioassay zur Prüfung von Lagerfäulestabilität etabliert sowie mittles „DNA microarray“ und „deep sequencing“ das pilzliche Mikrobiom charakterisiert. Die von Herrn Dr. Liebe erarbeiteten Ergebnisse zeigen erstmals, dass genotypische Unterschiede bei der Lagerstabilität bestehen und Umweltfaktoren die Ausprägung der Lagerfäule erheblich beeinflussen können. Für die Korrelation zwischen Invertzucker, Ertrag und Fäulnisbonitur wurden 15.000 Zuckerrüben aufgeschnitten. Mit dem etablierten Biotest kann die Lagerfäulestabilität nun bereits an Jungpflanzen erfasst und das Merkmal so in die züchterische Gesamtbewertung neuer Genotypen integriert werden. Die Entwicklung des DNA microarray für Zuckerrübe ist nicht nur innovativ für Zuckerrübenpathogene und Saprophyten sondern hat auch Beispielcharakter für andere Wirt Pathogensysteme. Das Verfahren ermöglicht zudem erstmals die Diagnose komplexer Rübenfäulen. Herr Dr. Liebe hat mit seinen Arbeiten einen bedeutenden Grundstein für ein verbessertes Verständnis des Lagerfäulekomplexes an Zuckerrübe gelegt, so dass es nun möglich ist, die einzelnen Erreger und ihre Wechselwirkung mit dem Wirt im Detail zu untersuchen. Herr Dr. Liebe hat seine Promotion mit Summa cum laude abgeschlossen und die Ergebnisse seiner Arbeit unter anderem in Phytopathology (2) und FEMS Microbiology Ecology publiziert.

Ausgezeichnet wurde Herr Dr. Ely Oliveira-Garcia für seine Arbeiten zur -1,3-Glucansynthase, die er im Rahmen seiner Promotion am Institut fur Agrar- und Ernährungswissenschaften, Professur für Phytopathologie und Pflanzenschutz, bei Herrn Prof. Dr. H. B. Deising angefertigt hat.

Seine Forschungsergebnisse wurden in "ThePlant Cell", einem Journal mit zweistelligem Impact Factor veröffentlicht (Oliveira-Garcia E, Deising HB (2013): Infection structure-specific expression of 1,3-glucansynthase is essential for pathogenicity of Colletotrichum graminicola and evasion of-glucan-triggered immunity. The PlantCell 25: 2356-2378). Herr Dr. Oliveira-Garcia hat ferner einen Review-Artikel,eine Arbeit zum 1,3-Glucan Synthase-Aktivator RHO1, sowie eine Arbeit zu Genen der 1,6-Glucan Synthese in Vorbereitung.

Die Übergabe des Preises erfolgte anlässlich der Jahrestagung des DPG Arbeitskreises Wirt-Parasit-Wechselwirkungen in der RWTH Aachen.