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Wissenschaftspreis 2018 für

PD. Dr. Patrick Schweizer +

Den Wissenschaftspreis 2018 erhält posthum PD. Dr. Patrick Schweizer in Würdigung seiner wegweisenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Transkriptom-Analyse und Pathogenstress-Genomik

Patrick Schweizer begann seine wissenschaftliche Laufbahn in der Schweiz, wo er 2001 an der Universität Zürich habilitierte.
Im Jahr 2000 setzte er seine Arbeiten am IPK fort, wo er die Arbeitsgruppe Transkriptom-Analyse leitete (später in Pathogenstress-Genomik umbenannt) und über viele Jahre das Pflanzengenom Ressourcenzentrum koordinierte. Seit 2006 fungierte er zudem als Koordinator des Forschungsbereichs Genom-Analyse in der Abteilung Züchtungsforschung.
Von seiner wissenschaftlichen Expertise zeugen eine Vielzahl hochklassiger Veröffentlichungen sowie sein hervorragender Ruf als Vortragender, Berater und Coach.
Seine herausragenden Fachkenntnisse machten ihn zu einem gesuchten Partner für Kooperationen sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. In diesem Zusammenhang koordinierte er seit über einem Jahrzehnt das Barley Genome Net, einen Verbund führender europäischer Forschungseinrichtungen.

Die Wissenschaftswelt trauert um PD Dr. Patrick Schweizer, der am 09.03.2018 als Opfer eines tragischen Verkehrsunfalls plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen wurde.

Wir werden Patrick Schweizer als großen Forscher, wunderbaren Kollegen, Vorbild und Freund vermissen und ihm stets ein würdiges Andenken bewahren. Unser besonderes Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden seinen engsten Angehörigen.

Anton de Bary-Medaille 2018 für

Prof. Dr. Andreas von Tiedemann

Herr Prof. von Tiedemann hat in Wien und Göttingen Agrarwissenschaften studiert, in Göttingen promoviert und sich dort im Fachgebiet Phytomedizin habilitiert. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt (1994-1996) in den USA, leitete Herr von Tiedemann den Lehrstuhl für Phytomedizin an der Universität Rostock und ist seit 2001 Professor für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz an der Universität Göttingen.

Wegweisend sind seine Arbeiten zum Einfluss atmosphärischer Faktoren (z. B. Ozon, CO2, UV-B, Temperatur) auf die Ausbreitung und Ausprägung von Pflanzenkrank­heiten, speziell der pilzlichen Schaderreger an Getreide. Er hat maßgeblich zur Verbesserung des integrierten Pflanzenschutzes beigetragen, von der Entwicklung von Prognosesystemen (z.B. Sclerotinia an Raps, Fusarium an Weizen) über die Nutzung genetischer Ressourcen (Resistenz/Toleranz) bis hin zur gezielten Anwendung chemischer und biologischer Pflanzenschutzmittel. Mit seinen Arbeiten hat Herr von Tiedemann zur Aufklärung und Verbesserung der Resistenzeigenschaften von Nutzpflanzen, als auch der Auffindung neuer Resistenzquellen (z.B. Verticillium- und Sclerotinia-Resistenz in Raps, Ramularia-Resistenz in Gerste) beigetragen.

Herr von Tiedemann ist ein unermüdlicher Verfechter einer sachlich geführten Diskussion in der Öffentlichkeit zu Nutzen und Risiken von Pflanzenschutzmitteln. Er ist ein begeisterter Wissenschaftler und Lehrender, der sich in besonderem Maße für die Ausbildung der Studierenden engagiert. Der in Göttingen angebotene internationale Master of Science in „Crop Protection“ geht maßgeblich auf seine Initiative zurück. Herr von Tiedemann hat über 50 Bachelorstudenten, 80 Masterstudenten und Diplomanden sowie 35 Doktoranden betreut. Seine Forschungsergebnisse hat er in über 170 Fachartikeln, 6 Büchern, 12 Buchkapiteln sowie weit über 150 Konferenzbeiträgen publiziert.

Herr von Tiedemann engagierte sich im Vorstand der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft (2002-2011), war Mitglied der DFG-Senatskommission Stoffe und Ressourcen in der Landwirtschaft (2006-2011) und ist seit 2012 Mitglied des DFG-Fachkollegiums für das Fach Phytomedizin. Seit 2001 ist er Editor-in-Chief des ‚Journal of Phytopathology‘.

Für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurde Herr Prof. von Tiedemann unter anderem mit dem Julius Kühn-Preis der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft (1996), dem Adjunct Scientist Award des Boyce Thompson Instituts, Ithaca, USA (1996), sowie dem International Plant Protection Award of Distinction der International Association for the Plant Protection Sciences (2015) ausgezeichnet.

 

 

Julius Kühn-Preis 2018 für

Dr. Stefan Jacob

Herr Dr. Stefan Jacob erhält den Julius-Kühn-Preis in Würdigung seiner Arbeiten zu den Regulationsmechanismen von Signaltransduktionssystemen bei der Hyperaktivierung filamentöser Pilze

Herr Dr. Stefan Jacob hat 2009 an der Technischen Universität Kaiserslautern seinen Bachelor of Science in Biowissenschaften und 2011 seinen Master of Science in Bioscience absolviert. Promoviert hat Dr. Jacob unter der Leitung von Prof. E. Thines zum Thema „Untersuchungen zur Bedeutung von Histidinkinasen in Magnaporthe oryzae und zum Wirkmechanismus des Fungizids Fludioxonil“. Diese Forschungsarbeiten führte er am Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung gGmbH (IBWF) in Kaiserslautern und der Johannes-Gutenberg-Universität (JGU) in Mainz durch. Seine Dissertation wurde 2014 mit summa cum laude bewertet und er erhielt den Dissertationspreis der Böhringer Ingelheim Stiftung. Herr Dr. Jacob beschäftigte sich mit der High Osmolarity Glycerol (HOG)-Signalkaskade, die in der Osmoregulation von Pilzen eine wichtige Rolle in der Anpassung an extrazelluläre Salzkonzentrationen spielt. Dieses Signalsystem ist Angriffspunkt wichtiger Fungizide, der genaue Wirkmechanismus derselben ist noch nicht vollständig verstanden. Dessen Aufklärung, aber auch der Entwicklung neuer Leitstrukturen z.B. aus Naturstoffen, die den HOG-Signalweg adressieren, widmen sich seine Forschungstätigkeiten. In einer einjährigen Postdoc Tätigkeit inder BASF SE bei Frau Dr. I. Siepe arbeitete er mit Biological Control Agentsund entwickelte hierfürein Testsystem für den Einsatz im Gewächshaus. Seit seiner Rückkehr 2015 am IBWF leitet Dr. Jacob eine Forschungsgruppe.Zudem hat Dr. Jacob seit 2017 von der Carl-Zeiss-Stiftung ein Stipendium für ein zweijähriges Postdoktoranden-Forschungsvorhaben erhalten, das er an der JGU Mainz durchführt.Hierbei untersucht er Mechanismen der Signaltransduktion, die in der Wirt/Pathogen-Interaktion für die Kontrolle von pathogenen Pilzen von Bedeutung sind. Besonderes Interesse hat Dr. Jacob daran zu verstehen, wie Zellen Informationen aus ihrer Umwelt auswerten und integrieren, um ihre Physiologie anzupassen. Außerdem forscht Dr. Jacob im Bereich der Genregulation des Sekundärmetabolismus phytopathogener Pilze. Hier hat er diemolekularen Grundlagen der Biosynthese eines Sekundärmetaboliten aufgeklärt, der in der Pathogen/Wirt-Interaktion vonMagnaporthe oryzae von Bedeutung ist. Dafür erhielt er den NMFZ-Forschungspreis 2018 des Naturwissenschaftlichen-Medizinischen Forschungszentrums der Universitätsmedizin der JGU Mainz, der für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten über die „molekularen Aspekte des Aufbaus und der Funktion biologisch-aktiver Systeme“ ausgeschrieben ist.Herr Dr. Jacob hat seine exzellenten Arbeiten in zahlreichen Artikeln in hochrangigen Wissenschaftsjournalen publiziert.

Julius Kühn-Preis 2018 für

Dr. Mario Matthias Schumann

Herr Dr. Mario Schuman erhält den Julius-Kühn-Preis in Würdigung seiner Arbeiten zur Weiterentwicklung innovativer Bekämpfungsstrategien zur Bekämpfung bodenbürtiger Schaderreger

Herr Dr. Mario Schuman hat 2006 an der Cardiff University seinen Bachelor of Science in Zoologie und 2007 am Imperial College in London seinen Master of Science in Angewandter Entomologie absolviert. Promoviert hat Herr Dr. Schuman 2012 bei Herrn Prof. S. Vidal an der Georg-August-Universität Göttingen zum Thema „Development of an Attract&Kill strategyforthecontrol of Western cornrootwormlarvae”. Dies beinhaltete auch einen Forschungsaufenthalt in Ungarn. Danach war er bis 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Forschungsprojekten zur Bekämpfung von Bodenschädlingen im Ackerbau tätig. Aktuellforscht er bei der KWS Saat SE in Einbeck in der Arbeitsgruppe von Herrn Dr. Holtschulte zur Insekten- und Virusresistenz in Zuckerrüben. Herr Dr. Schumann hat sich während seine Forschungstätigkeit an der GAU Göttingen intensiv mit der Bekämpfung bodenbürtiger Schaderreger, insbesondere des Westlichen Maiswurzelbohrers in Mais und der Drahtwürmer in Kartoffeln,mit demAttract& Kill Verfahren auseinandergesetzt. Diese Strategie zielt darauf ab, spezifische Wirtsfindungsmechanismen der bodenbürtigen Schädlinge so zu funktionalisieren, dass diese in Erwartung einer wachsenden Wurzel (welche CO2 abgibt) zu einer künstlichen, CO2-emittierenden Quelle gelockt werden, um sie so gezielter mit abtötenden Agentien in Kontakt zu bringen. Herr Dr. Schumann hat die praktische Tauglichkeit des Attract& Kill Verfahrens validiert und entscheidend an der Etablierung dieses Verfahrens in der Praxis mitgewirkt. Als abtötendes Agenz wurde der entomophage Pilz Metarhiziumbrunneum verwendet. In Zusammenarbeit mit Prof. A. Patel von der FH Bielefeld wurden die Attract&Kill Komponenten für die praktische Anwendung formuliert. Herr Dr. Schumann hat die Entwicklung des aus dieser Forschung abgeleiteten Produktes ATTRACAP® maßgeblich vorangetrieben. Seine exzellenten, sehr anwendungsorientierten,Arbeiten wurden sowohl in populärwissenschaftlichen Artikeln, die den Landwirten die Strategie des Attract& Kill Verfahrens erläutern, als auch in zahlreichen Artikeln in hochrangigen Wissenschaftsjournalen publiziert.

Ehrennadel 2018 für

Dr. Karola Schorn

Frau Dr. Schorn wird mit der Ehrennadel für ihre besonderen Verdienste um die Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft e.V. geehrt.

Sie hat die Bedeutung der DPG während ihres außerordentlichen Engagements um den Pflanzenschutz und die Pflanzengesundheit über viele Jahre durch ihre Mitwirkung am Programmkomitee der Deutschen Pflanzenschutztagung unterstützt und so die neutrale Position der Wissenschaft im poltischen Umfeld unterstrichen.

Frau Schorn studierte von 1977 bis 1982 Agrar­wissenschaften in Göttingen, absolvierte das Aufbaustudium Phytomedizin 1982-1986 und promoviertebei Prof. Heitefuß/Prof. Röbbelenmit einer Arbeit zur Rassenspezifität der Altersresistenz von Sommergerste gegenüber dem echten Mehltau.Daran schloss sich eine 4jährige Tätigkeit am Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Hannover in Niedersachsen an. Seit 1991 arbeitet Frau Schorn im BMEL, zunächst als Referentin im Referat Pflanzenschutz und dann 9 Jahre als Leiterin des Referates Pflanzenschutz. Seit April 2015 leitet Sie das im BMEL neu eingerichtete Referat Pflanzengesundheit -Phytosanitäre Angelegenheiten beim Export.

Frau Schorn hat sich in herausragender Weise um den Pflanzenschutz und die Pflanzengesundheitengagiert. Sie trägt dadurch maßgeblich zum Schutz unserer Kulturpflanzen und der Kulturlandschaft vor Schadorganismen bei. Zu ihren Aufgaben zählt insbesondere. die Verhandlung von Rechtsakten in diversen EU-Gremien des Rates und der Kommission sowie der Leiter der Pflanzenschutzdienste auf EU-Ebene sowie derenkonzeptionelle Umsetzung in nationales Recht. Frau Schon wirkt mit bzw. hat die Federführung in verschiedenen nationalen und supranationalen Gremien, allen voran der EU,der EPPO, und dem IPPC. Seit 2016ist Frau Schorn Präsidentin der Europäischen Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO) und hat den Vorsitz im Executive Committee und im Rat der EPPO. Sie ist eine der Hauptherausgeber der Zeitschrift „Gesunde Pflanzen“.

Ihre enorme Fachkompetenz machen Frau Schorn zu einer gefragten Expertin und Beraterin in Deutschland, Europa, sowie darüber hinaus.Ihre klaren und deutlichen Worte bezüglich der Gefahren für die Pflanzengesundheit in Landwirtschaft, Gartenbau und Forst sowie ihr Engagement bei der Entwicklung von risikobasierten und effizienten Maßnahmen zur Vermeidung der Ein- und Verschleppung gefährlicher Schadorganismen tragen erheblich dazu bei, dass auch unter den heutigen Bedingungen eines stark ansteigenden Welthandels und den Folgen des Klimawandels erfolgreich Kulturpflanzen angebaut werden können.

 

 

Ehrennadel 2018 für

Dr. Wolfgang Zornbach

Herr Dr. Wolfgang Zornbach erhält die Ehrennadel der DPG für seine  langjährigen Bemühungen um einen nachhaltigen integrierten Pflanzenschutz, bei denen er die DPG stets als wissenschaftliche Fachgesellschaft mit in den Nationalen Aktionsplan für den nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einbezogen hat.

Herr Zornbach ist in einem kleinen Gartenbaubetrieb aufgewachsen und hat von 1979 bis 1986 Biologie an der Universität Hamburg studiert und 1990 promoviert. Mit den Studienschwerpunkten Angewandte Botanik, Mikrobiologie und angewandte Entomologie hat er sich auf Arbeiten im Bereich des Pflanzenschutzes vorbereitet.

Die Diplomarbeit befasste sich mit dem Einfluss von CO2– angereichertem Gießwasser auf die Ausprägung von Krankheiten an verschiedenen Zierpflanzen im Gewächshaus. Die Dissertation wurde am Institut für Pflanzenschutz im Gartenbau der damaligen Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig angefertigt. Sie befasste sich mit Untersuchungen zur Pathogenese, Epidemiologie und Bekämpfbarkeit von Mycoshaerellabrassicicola, dem Erreger der Ringfleckenkrankheit an Cruciferen.

Seit Juni 1990 arbeitet er im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), zunächst im Referat Pflanzenschutz und seit Februar 2017 im Referat Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Klimafolgen.

Herr Zornbach hat über 25 Jahre die rechtlichen Maßnahmen im Pflanzenschutz national und auch auf der EU-Ebene aktiv mitgestaltet. Hierzu gehörten das Pflanzenschutzgesetz und verschiedene Verordnungen zum Pflanzenschutz ebenso wie z. B. die EU-Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie. Wichtig war ihm dabei immer die sachgerechte Begleitung aller Maßnahmen mit einer fachlich fundierten Forschung. Besonders hervorzuheben ist sein herausragendes Engagement bei der Ausgestaltung von Pflanzenschutzlösungen für „kleine Kulturen“ (Lückenindikationen), für die Entwicklung und Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP).

Er hat aktiv in vielen nationalen und internationalen Gremien mitgewirkt. Hierzu gehörten auch verschiedene Gremien der FAO oder OECD. Er hatte über 10 Jahre den Vorsitz der OECD RiskReductionSteering Group inne, leitete eine Reihe von OECD Seminaren und Workshops zu unterschiedlichen Pflanzenschutzthemen sowie zuletzt die OECD Working Group on Pesticides.Dies ist innerhalb der OECD das höchste Gremium, das sich mit Pflanzenschutzfragen befasst. Darüber hinaus hat Herr Zornbach internationale Netzwerke und Forschungsvorhaben zum integrierten Pflanzenschutz (z. B. ENDURE, PURE) intensiv begleitet sowie Modell- und Demonstrationsvorhaben zum integrierten Pflanzenschutz vorangetrieben(z. B. Warndienst/Wetterdienst, PASO I, PASO II, Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz).Herr Zornbach hat mit Fachkenntnis, Sachverstand und einem hohen Grad von Pragmatismus maßgeblich dazu beigetragen, den integrierten Pflanzenschutz zukunftsfähig zu machen und so eine erfolgreiche Land- und Forstwirtschaft selbst unter schwierigen Produktionsbedingungen zu gewährleisten.

 

Nachwuchspreis 2018 für

Dr. Alexandra Matei

Frau Dr. Matei wurde für ihre Dissertation „Identification of seedling-specific effectors in theUstilago maydis – maize interaction: From organ to cell type specificity” ausgezeichnet. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen der Arbeitskreistagung Wirt-Parasit-Beziehungen/Mykologie am 15. März in Köln.

Frau Matei hat im Rahmen Ihrer Doktorarbeit zunächst am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und an der Universität Köln bei Prof. Dr. Gunther Döhlemann die Grundlagen der durch den Brandpilz Ustilago maydis verursachten Tumorbildung in Maispflanzen untersucht.  Sie leistete einen entscheidenden Beitrag zur Identifizierung von Virulenzfaktoren des Pilzes, die organspezifisch wirken und somit für die Entstehung von Blatttumoren verantwortlich sind. Dies zeigt zum ersten Mal, dass pflanzenpathogene Pilze Virulenzfaktoren sekretieren, deren Wirkung spezifisch auf ein bestimmtes Gewebe abgestimmt ist. Frau Matei analysierte zytologisch, physiologisch und molekularbiologisch die Entstehung von Blatttumoren. Dabei konnte sie erstmals zeigen, welche zellulären Prozesse für die Tumorbildung verantwortlich sind. Sie identifizierte zudem Bündelscheidenzellen im Maisblatt als Ursprung der eigentlichen Tumorzellen. Weiterhin konnte sie zeigen, dass ein einzelner Virulenzfaktor von U. maydis eine zellspezifische Aktivität hat, indem er die Bündelscheidenzellen zur Teilung anregt und somit die Tumorbildung induziert. Außerdem gelang es Frau Matei mittels „Laser Capture Microdissection“ und anschließender RNA-Sequenzierung das zelltypspezifische Transkriptom in Blatttumoren aufzuklären. Dies bietet Informationen über die Genexpression der Pflanze und des Pilzes in einer Zelltyp-spezifischen Auflösung und ist eine interessante Ressource für die weitere Aufklärung der molekularen Ursachen der Tumorbildung in Maispflanzen. Die Arbeiten wurden in mehreren Zeitschriften publiziert.